Nordrhein-Westfalen beruft Beauftragte: Dr. Birgit Palzkill

22.05.2017: (DOSB-PRESSE) Die Sport-Soziologin Dr. Birgit Palzkill hat ab sofort die ehrenamtliche Aufgabe als „Unabhängige Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen“ übernommen. Die ehemalige Spitzen-Leichtathletin und frühere Basketball-Nationalspielerin sowie mittlerweile pensionierte Lehrerin aus Köln war im Jahr 1998 mit ihrer Studie „Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Sport“ der Auslöser dafür, dass sich der organisierte Sport systematisch mit der Prävention sexualisierter Gewalt befasst.

(c) LSB NRW | Foto: Andrea Bowinkelmann

Seitdem entwickelt der LSB verschiedene Maßnahmen unter dem Motto „Schweigen schützt die Falschen“. In ihrer neuen Funktion soll Birgit Palzkill diesen Maßnahmen ein konkretes Gesicht verleihen und das sensible Thema noch stärker in die breite (Sport)Öffentlichkeit tragen.

Drei Fragen an Birgit Palzkill

Seit über zweieinhalb Jahrzehnten engagieren Sie sich gegen sexualisierte Gewalt im Sport. Wo stand der organisierte Sport 1998, als Ihre initiale Studie erschien?

BIRGIT PALZKILL: Sexualisierte Gewalt war stark tabuisiert. Das Thema brach durch die skandalösen Berichte über den Stuttgarter Eiskunstlauftrainer Fajfr in den Sport ein. Es wurde versucht, dies als Ausnahme darzustellen. Wer es thematisierte, galt als Nestbeschmutzer.“

Jetzt haben wir 2017. Was hat sich verändert?

PALZKILL: Es war das Verdienst des LSB NRW und des Sportministeriums NRW, die Befunde unserer Studie aufzugreifen, das Thema immer wieder in die (Sport)Öffentlichkeit zu bringen, Fortbildungskonzepte und Kampagnen zu entwickeln. Der Sport in NRW war früh gut gerüstet. Die entwickelten Maßnahmen erfahren inzwischen eine ganz andere Akzeptanz.

Sie engagieren sich seit Anfang Mai im LSB NRW - was wird Ihre dringlichste Aufgabe sein?

PALZKILL: Den Verantwortlichen in den Vereinen die Angst zu nehmen, dass ein Klima von Misstrauen und Angst entstehen könnte, wenn sie sich um die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf sexualisierte Gewalt kümmern. Das Gegenteil ist der Fall. Es geht darum, ein Klima von Achtsamkeit und Vertrauen aufzubauen.

AK-Mitglieder

Ehrenamtlich Mitwirkende:

Katrin Barion, Mitglied der Landschaftsversammlung Rheinland

 

Kooperationspartnerin:

Dimitria Bouzikou, Fortbildung und Qualifizierung

Heike Afflerbach-Hintzen, Fortbildung und Qualifizierung

In Kooperation: